Ragnar  * 26. Juni 2014

Tja - seit dem 19. März 2016 gehört noch ein weiterer Vierbeiner zu uns... in einem ziemlich ausgeprägten Anfall von Unvernunft habe ich mir ein Nachwuchspferd gekauft ...

 

Ich habe ja immer gesagt, falls ich doch irgendwann mal ein Fjord bekommen sollte, dann möchte ich einen Sohn von Resen. Resen steht auf dem Klosterhof in Flethsee.

 

Resen

 

Im Februar 2016 habe ich nun mit der Züchterin gesprochen, der Resen gehört. Und so kam es, das ich ein Foto geschickt bekam. Dieses hier:

 

Ragnar einjährig auf dem Klosterhof, danke an Heide Singer für diesen schönen Schnappschuss!!

Nachdem dann tatsächlich auch mein Freund einverstanden war, das mein Großer "Gesellschaft" bekommt (ich wollte so eine Entscheidung, nachdem ich schon so lange mit meinem Freund zusammen bin, natürlich nicht alleine entscheiden)  - bin ich dann, nach einigen weiteren Besuchen bei diesem jungen Hengst, dann tatsächlich hingefahren, und habe den Kleinen gekauft...

Ragnar auf unserem ersten gemeinsamen Spaziergang

 

Tja - vor uns liegt nun eine sehr spannende Zeit... der Junge Mann ist, wie man am Geburtsdatum erkennt, nun mittlerweile vier Jahre alt, und schon sehr entspannt bei allem möglichen...

 

Er war bis April 2017 bei der Züchterin untergebracht, so konnte ich ihn noch ein Jahr Hengst lassen, und er hat dort im Offenstall noch eine tolle Zeit mit seinen ganzen Freunden verbringen können.

 

Ein paar Impressionen folgen hier natürlich jetzt noch:

Und weil die Bilder aus März und April letzten Jahres eben "Winterbilder" sind, hier noch mal ein paar Impressionen vom Sommer auf der Hengstweide

Fjordtag norla 2016 mit Ragnar

Dann will ich doch mal von unserem ersten großen Ausflug berichten.

 

Nachdem es Freitag abend sehr spät geworden ist (Ragnar waschen, anschließend noch bei meiner Freundin den Hänger abholen), war es dafür dann Samstag morgen sehr früh. Zum Glück war der Hänger ja schon angespannt, somit mußte ich einfach nur losfahren. War dann um kurz nach halb neun im Stall bei Ragnar. Sein Weidekollege, Hardy, wartete schon darauf, das es losging, und wurde von seiner Besitzerin gerade noch mal geputzt.

Dann wurden beide angezogen, und dann war auch schon langsam Zeit, aufzuladen. Noch eben Heu einpacken - sehr praktisch, das der Stall (wg. der Hunde, die nicht raussollten) zugesperrt war *g* Somit mußten wir dann erst mal durch die Boxenfenster krabbeln...

Die Fahrt verlief dann ruhig. Gut, ich fand es etwas anstrengend, mich aufs Fahren zu konzentrieren, während der Verlobte meiner Stallkollegin wirklich viel erzählt hat. Vielleicht, weil ich das erste mal eine längere Strecke mit Hänger und zwei Pferden gefahren bin, vielleicht, weil ich wusste, das meine Stallkollegin selbst immer sehr viel Sorge um ihr Pferd hat... keine Ahnung).

Auf der Norla angekommen, haben wir zunächst die Meldestelle besucht, dann geguckt, uns dort gemeldet, und Paddocks gesichert, und dann haben wir unsere Fjordis vom Hänger geholt. Die Besitzerin von Hardy war nun fertig mit den Nerven und allem - und machte sich erst mal minutenlang Vorwürfe, wie unverantwortlich es von ihr war, ihr Pferd so in Gefahr zu bringen... (auch deswegen bin ich sehr stolz darauf, das sie das alles durchgezogen hat. Sie ist einfach sehr sehr vorsichtig, was ihr Pferd angeht, und das sie dann so eine Prüfung absolviert, bei dem Remmidemmi einer Landwirtschaftsmesse und allem, fand ich wirklich TOLL.)

Wir haben dann zunächst also die Paddocks bezogen, und ich mußte dann eigentlich auch direkt rein mit dem Kleinen...

Vor dem Umzug wurd dann erst mal mein Paddock "präpariert" - die anderen Hengste standen alle auf den Hängern. Meiner hat einen Paddock, fand ich schöner - aber da der Paddock neben ihm noch frei war, und zudem die Leute ja mit ihren Pferden auch bei uns vorbeigingen, fand ich schon wichtig, darauf hingewiesen, das man mit einer Stute vielleicht nicht gerade vor SEINER Nase stehen bleibt.

Hat einigermaßen funktioniert, einmal mußte ich dann, als mein Kleiner begann, sich in die Levade zu begeben, die Stutenbesitzerin darauf hinweisen, das das Schild nicht dafür da ist, das es hübsch ausschaut, sondern das da keine Stuten stehenbleiben... *kopfschüttel*

Dennoch hat der Kleine sich vorbildlich benommen. Dreieck war erst etwas irritierend für ihn (er trabt ja noch nicht so lang an der Hand), nachdem er verstanden hatte, lief er wenigstens sehr fein.

Leider ist der Slalom auf meinem Video nicht drauf, weil so ein doofer Sepp sich vor die Kamera gedrängelt hat...

 

Die Schrittrunde fiel klein aus - Ragnar war der einzige vorgestellte zweijährige Hengst. Dennoch bin ich natürlich sehr stolz auf sein Ergebnis. Begründung der Benotung wird im Video begründet, was noch folgt.

Auf die Ehrenrunde habe ich verzichtet - der Kleine war so brav - und vorn im vorderen Bereich unseres Platzes wurden mittlerweile vier Stuten warmgeführt, auf die ich nicht so gern zutraben wollte. Ich war mir nicht ganz sicher, ob er dann immer noch "wenig Hengstausdruck" zeigen würde.

Sehr stolz auf den Held des Tages.... super Noten bekommen, und sich vorbildlich verhalten!!!

Danach durfte der junge Mann dann wieder in seinen Paddock. Sein Kumpel, mit dem er ja zusammen gefahren ist, wartete schon sehnsüchtig auf uns *g*

Danach konnten die Jungs dann abwechselnd Heu futtern, etwas trinken (wir haben dann noch Wassereimer und Bütt vom Auto geholt), und dem Treiben auf dem Platz zuschauen:

Grundsätzlich fanden die Jungen aber sowieso spannend, was so um sie herum passierte. Gegenüber lief eine uralte Dreschmaschine, hinter den Paddocks viele Landmaschinen verschiedener Größe und Farbe... und noch mehr Fjordis *g*

Ein weiterer Schritt zum Erwachsen werden...

Nun war es  soweit - der Kleine sollte kastriert werden. Insgesamt vom Termin her eine sehr spontane Geschichte, passte nun aber, und warum auch nicht spontan - die Entscheidung, das kastriert werden würde irgendwann, stand ja von Beginn an fest, also warum warten, wenn sich der Termin bot...

 

Die OP ist jedenfalls gut verlaufen. Leider waren die beiden Herren, die hinterher zusammen auf die Weide durften, weil Bewegung für die Wunde durchaus wichtig ist, etwas anderer Meinung, was das Thema "ruhige Bewegung" anging. So hatten wir dann nach einiger Zeit zwei SEHR leidende Pferde. Haben sie dann wieder zum Hof geholt, und dort weiter beobachtet, mit Heu und Wasser versorgt, noch mal geguckt, ob Schmerzmittel ggf. weiter helfen.... am Ende des Tages bin ich froh, das ich den Kleinen am nächsten Tag einfach wieder in SEINE Herde gestellt habe, seitdem hat er nämlich genau das, was ich für ihn wollte - ruhige Bewegung, aber kein wildes Getobe. Das kann er später gern wieder machen, in dem Moment ist es einfach unangebracht.

Winterpause etwas anders als geplant

An sich wollte ich Ragnar ganz regulär im Winter noch mal "wegstellen". Also, einfach die Arbeit, die wir schon begonnen hatten, mit mal spazieren gehen, mal Doppellonge, mal etwas Kurzzügelarbeit, für einige Monate auf Eis legen, und dann im neuen Jahr wieder durchstarten.

 

Leider ist es ja gerne mal so, das Dinge nicht so laufen, wie geplant. Ich hatte Anfang Dezember Urlaub, und kam am ersten Urlaubstag in den Stall, und holte Ragnar auf drei Beinen aus der Box. Puh. Am Ende fand ich einen Hufnagel TIEF in seinen Huf versenkt. SUPER.

 

Also, Hufverband, vorher alles desinfizieren, und etwas freischneiden.

Nach einigen Tagen lief er schon wieder besser. LEIDER wurde das ganze dann ein wenig "Neverending Story" - denn es wurde auch immer wieder schlechter. Einmal ging die Wunde am Strahl zu, dann lief er direkt schlechter - ich hab ihn mit Antibiose versorgt, es lokal behandelt, mehrfach geröntgt mit Sondierung - und irgendwie wurd das nicht kontinuierlich genug besser. Als ich dann Ende Januar (!) mit ihm spazieren ging morgens, da lief er noch "solala" (eingepackt in Hufschuh, inkl. Nässeschutz und Polster), abends dann wieder so richtig "auf drei Beinen" - habe ich dann gesagt, es LANGT. Nun werden Nägel mit Köpfen gemacht.

 

Also bei den Kollegen in Bargteheide angerufen, und einen Termin ausgemacht - bzw. ich war so von den Socken, das ich den Termin noch mal bestätigen mußte, weil der tatsächlich direkt am nächsten Tag war.

Besagter Spaziergang morgens - abends war er dann wieder stockelahm

Also - Hänger organisiert, Pferd eingepackt, und ins MRT gefahren. Leider sah es nicht sooo super aus - immerhin waren wir mal froh, das es nicht vorne war. Da hätte die Entscheidung durchaus in Richtung Euthanasie gehen können. Bin ich natürlich heilfroh drüber, das das nicht der Fall war!!!

 

So mußte ich dann allerdings, ganz entgegen meines Planes, den Kleinen direkt in der Klinik lassen, für eine OP, und die erste Nachsorge. Zum Glück konnte ich wenigstens danach viel selber machen - der ganze Spaß war nämlich auch so schon echt teuer genug.... (auch wenn eine SEHR LIEBE FORENSPENDE mir einiges davon auffangen konnte, was mich immer noch sehr rührt und freut.)

 

 

Tja - und danach folge dann weitere drei Monate Boxenknast...

 

Mittlerweile steht Ragnar seit einer Woche wieder in der Herde, ich bin darüber seeehr glücklich - leider wird er momentan sehr gemobbt, und geht dem Streß aus dem Weg, ist aber dennoch echt richtig lädiert, mit täglich neuen Bisswunden und Rissen. Ich hoffe, das sich das jetzt, wo die Pferde wieder auf die Weide gehen, schnell legt - dann verteilen sie sich ja auch irgendwann wieder mehr, und wenn dann noch neue Einsteller kommen, dann wird sich die Herde eh noch mal wandeln.

 

Am ersten Tag mit draußen war Ragnar aber sehr happy - und sein Kumpel Azuro auch....

Im großen und Ganzen haben wir unsagbar viel Glück im Pech gehabt - und ich bin sehr froh, das der Kleine nun wieder fit ist, und hoffe, das wir nun erstmal lange keine so schlimmen Sachen haben werden, bei keinem meiner beiden Pferde. Das reicht jetzt erst mal.